So haben wir Communities in Nepal in der Covid-19 Pandemie unterstützt: Ein Rückblick

Oktober 4, 2021

Die Covid-19 Pandemie hat die ganze Welt verändert. Das sich schnell ausbreitende Virus hat uns gezeigt, wie wir alle miteinander verbunden sind - wie sich unser Handeln auf andere auswirkt und umgekehrt, jenseits von Landesgrenzen, Hautfarbe oder Religion.

Während die Nachrichten über die verheerende Situation in Indien um die Welt gingen, war über das kleine Nachbarland Nepal wenig bekannt. Die Situation war jedoch nicht weniger dramatisch. Deshalb haben Long Yang e.V. und Akasha Academy NGO keine Mühen gescheut, um zu helfen: Wir initiierten Spendenaktionen, verteilten Lebensmittelpakete für Hunderte von Familien, organisierten persönliche Schutzausrüstung für Krankenhäuser und Gesundheitsstationen in den Communities und bildeten junge Frauen zu „Covid-19-Gesundheitsberaterinnen“ aus. Wir haben auch an die deutsche Regierung appelliert, Unterstützung zu leisten, und uns mit 40 anderen in Nepal aktiven NGO zusammengetan.

Hintergrund - Mehrere Krisen zur gleichen Zeit

Wie der Rest der Welt war auch Nepal nicht auf die Pandemie vorbereitet. Sie überforderte das ohnehin schwache und teilweise korrupte Gesundheitssystem. Die Versorgungsketten aus anderen Ländern wurden unterbrochen, da es weltweit einen Mangel an Schutzausrüstung (PSA), Testkits und anderen medizinischen Produkten gab.

Um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, ordnete die nepalesische Regierung 2020 und 2021 strenge Asugangssperren an, die wochen- oder sogar monatelang andauerten. Infolgedessen konnten viele nicht arbeiten und verloren ihr einziges Einkommen. Die Landwirte konnten nicht mehr in die Städte fahren, um ihre Ernte zu verkaufen. Die Lebensmittelpreise stiegen, lebenswichtige Güter wurden knapp. Viele litten unter Hunger, fehlendem Zugang zu sauberem Wasser und medizinischer Versorgung.

Video Teil 1 unserer Campagne #HopeForNepal. Junge Nepalesen geben einen Eindruck der Situation

Außerdem wurde das Leben der jungen Nepalesen durch die Schließung von Schulen, die Aussetzung von Prüfungen und die fehlende Möglichkeit, ihre Ausbildung fortzusetzen, ebenfalls auf Eis gelegt.

Die zweite Welle der Pandemie im Jahr 2021 war noch härter als die erste. Nepal gehörte zu den 10 Ländern mit den höchsten täglichen Infektionsraten. Der Mangel an Krankenhausbetten, Sauerstoff, PSA, Personal, Impfungen und Bewusstsein für grundlegende Hygiene erhöhte die Gefahr von Mutationen, die sich nicht nur auf Nepal, sondern auf die ganze Welt auswirken würden.

Wie wir unterstützt haben

Durch Spendenaktionen, die von Long Yang e.V. und der Akasha Academy NGO organisiert wurden, konnten wir die dringend benötigten PSA für Gesundheitsposts und Krankenhäuser in der Umgebung von Kathmandu bereitstellen. Dies geschah in Zusammenarbeit mit der Nepal Medical Students’ Society (NMSS). Die motivierten jungen Medizinstudenten hatten eine Initiative gestartet, um die PSA zu organisieren und zu verteilen, und wir haben sie dabei finanziell unterstützt.

Video Teil 2 unserer Campagne #HopeForNepal. Junge Nepalesen geben einen Eindruck der Situation

Wir sammelten auch Spenden und organisierten die Verteilung von Hunderten von Lebensmittelpaketen für Familien, die sich keine Lebensmittel mehr leisten konnten. Diese Pakete halfen den Familien, zwei Wochen lang über die Runden zu kommen. Die Verteilungen begannen in den Communities Boudhanath, Patan, Suntakhan, Bhaktapur und Changunarayan. Zusammen mit der großzügigen Spende der doTERRA healing hands foundation und vielen anderen Unterstützern konnten wir 15 000 Euro aufbringen, um 450 weitere Familien mit Lebensmitteln, Masken, Seife und Informationen über Covid und grundlegende Hygiene zu unterstützen.

Video Teil 3 unserer Campagne #HopeForNepal. Junge Nepalesen geben einen Eindruck der Situation

Zum geplanten Start der Ausbildung zur Gesundheitsberaterin (später Akasha Traineeship) für junge Frauen, entwickelt und organisiert von der Akasha Academy, war die Pandemie auf ihrem Höhepunkt. Auf das Abklingen der Pandemie zu warten war keine Option, denn der Bedarf war zu groß, und wir wollten helfen. Daher entwickelten wir das Covid-19-Gesundheitsberaterprogramm, das jungen Menschen die Möglichkeit bietet, zu lernen, wie sie sich und andere vor dem Virus schützen können. Indem sie ihr Wissen an andere weitergaben, konnten die Teilnehmer ihren Communities helfen, sicher zu bleiben.

Appell an die deutsche Regierung

Als die zweite Welle Nepal 2021 heimsuchte, erreichte die Schwere der humanitären Krise einen neuen Höhepunkt. Bis dahin konnten NGOs wie Long Yang e.V. und Privatpersonen helfen, die Situation einigermaßen zu stabilisieren. Obwohl wir uns mit den Organisationen Haus der Hoffnung, Brepal und Nepal Samaj Germany zusammengetan hatten, um zu helfen, war klar, dass die Situation eigentlich ein anderes Ausmaß an Unterstützung erforderte. Deshalb haben wir einen Appell an die deutsche Regierung gerichtet – gemeinsam mit 40 anderen NGOs, die ebenfalls in Nepal aktiv sind. In dem Brief forderten wir die Regierung auf, die finanziellen Mittel, die Infrastruktur, Hilfspakete und den koordinierten Einsatz von erfahrenen Krisenhelfern bereitzustellen.

Nach der Pandemie - was nun


Mit Covid-19 haben wir gesehen, wie verheerend eine globale Pandemie ist und wie schnell sie sich ausbreiten kann. Das Virus hat gezeigt, dass alles, was selbst in den entlegensten Regionen der Welt geschieht, für uns von Bedeutung ist. Wenn wir die Natur und ihre wertvollen Elemente nicht schützen, erhöhen wir das Risiko einer weiteren Pandemie. Die Erhaltung von Naturräumen und Ressourcen, der Schutz der Vielfalt unseres Planeten ist der Schlüssel – und das Ziel der Akasha Academy.

Wir sind immer auf der Suche nach Unterstützern, die sich mit ihrer Zeit, ihrem Fachwissen oder ihren finanziellen Mitteln einbringen wollen. Bitte nehmen Sie Kontakt auf.